Ernährungstipps zu Oxalsäure und Nierensteine

Nahrung und Oxalat 

Ernährungstipps zu Oxalsäure und Nierensteine

Die 20 besten Ernährungs- und Verhaltenstipps zu Oxalsäure in der Nahrung, Nierensteine (Calciumoxalat), Hyperresorption, Hyperoxalurie und Oxalose.

Oxalsäure in der Nahrung

Menschen mit einem höheren Risiko zur Bildung von Nierensteinen (Calciumoxalatsteine), einer Hyperresorption von Oxalat, einer Hyperoxalurie oder Oxalose (starke Ausscheidung von Oxalat im Urin) werden allgemein vor dem Verzehr von oxalsäurereichen Lebensmitteln gewarnt. Allerdings gilt auch für gesunde Menschen, dass ein zu häufiger Verzehr großer Mengen an Oxalsäure nachteilig für die Gesundheit ist.

20 Tipps im Umgang mit Oxalsäure und bei Nierensteinen

Daher sind im Umgang mit der Oxalsäure in der Nahrung grundsätzlich folgende Ratschläge empfehlenswert (vgl. 1; 3, S. 570f.; 5, S. 638; 13, S. 69):

  1. Lebensmittel mit sehr hohen Oxalat Werten zurückhaltend zu sich nehmen bzw. deren täglichen Verzehr begrenzen und bei den o.g. Erkrankungen eher meiden. Für gesunde Menschen spricht aber nichts gegen den gelegentlichen Verzehr  oxalsäurereicher Lebensmittel, wie z.B. Spinat, Mangold und Rhabarber;
  2. Besonders wichtig ist ausreichend viel und gleichmäßig über den Tag verteilt zu trinken (bei Problemen mit Nierensteinen täglich etwa 2,5-3l stilles Wasser), insbesondere auch vor dem Schlafengehen;
  3. Vor allem auf das Oxalat-Calcium-Verhältnis eines Lebensmittels achten. Beträgt es >1 besteht ein Oxalat-Überschuss im Körper, der resorbiert werden kann; Lebensmittel mit einem Verhältnis >2 sollten bei Oxalsäure bezogenen Erkrankungen eher gemieden werden;
  4. Veganer und Vegetarier sollten sich darüber bewusst sein, dass vor allem bestimmte Pflanzen den höchsten Oxalat-Gehalt besitzen;
  5. Zu Lebensmittel mit hohem Oxalat-Gehalt sollte man gleichzeitig Lebensmittel mit hohem Calciumgehalt verzehren (siehe Tabelle Oxalat-Calcium-Verhältnis);
  6. Die Calcium-Aufnahme sollte besser über den Tag verteilt erfolgen und punktuell hohe Belastungen vermieden werden, es sollten täglich etwa 800-1.000mg Calcium verzehrt werden, aber möglichst nicht wesentlich mehr;
  7. Oxalat in der Nahrung wird durch Kochen und Wegschütten des Kochwassers deutlich reduziert. Auch Dämpfen, Blanchieren, Keimen, Einweichen, Backen, Fermentieren und Säuern besitzen einen gewissen Reduktionseffekt (siehe dazu den Beitrag Zubereitung von Lebensmittel mit Oxalsäure);
  8. Blätter von Gemüse besitzen tendenziell mehr Oxalat als die Wurzeln;
  9. Wenig Koffein und Alkohol zu sich nehmen (verstärken die Ausscheidung von Calcium in den Urin);
  10. Beim Trinken von Tee auf die Sorte, das Produkt und die Zubereitung achten. Auch güner Tee kann viel Oxalsäure besitzen, aber wird zugleich in kleinen Mengen verzehrt und besitzt sehr viele positive gesundheitliche Wirkungen, insbesondere auch für den Stoffwechsel, Leber, Nieren und Vorbeugung von Nierensteinen (siehe dazu Oxalsäure im Tee auf der Webseite Gruenertee.de);
  11. Den Fleisch- und vor allem den Wurstkonsum reduzieren (saurer pH-Wert des Urins erhöht das Risiko der Steinebildung);
  12. Viel Gemüse und Früchte mit geringem Oxalatgehalt essen (erhöhen Citrat im Urin);
  13. Auf eine ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen achten, da diese sowohl wasserlösliche Oxalate als auch Cacliumoxalatkristalle binden können;
  14. Es sollten täglich nicht mehr als 0,8g Protein pro kg Körpergewicht verzehrt werden, um die Purinaufnahme zu begrenzen (Harnsteine);
  15. Nicht zu viel Salz essen (begünstigt sonst die Calciumausscheidung über den Urin);
  16. Wenig Süßigkeiten zu verzehren;
  17. Auf eine intakte Darmflora achten, da bestimmte Darmbakterien Oxalat abbauen;
  18. Wenn Lebensmittel mit höherem Oxalat-Gehalt gegessen werden, dann a) möglichst nicht nüchtern, da die Oxalat-Resorption im nüchternen Zustand größer ist – es wurde eine Resorption von 12% gemessen (vgl. 13, S. 66) und b) möglichst nicht über den Tag verteilt in kleinen Portionen, sondern besser auf einmal, da hier die Resorption kleiner ist;
  19. Ausreichend, aber zugleich nicht zu viel an Calcium (bindet Oxalat bereits im Magen, aber zu viel Calcium erhöht die Ausscheidung über die Nieren), Magnesium (verhindert Auskristallisieren von Oxalat durch Bildung von Magnesiumoxalat), Vitamin B6 (wird für den Abbau von Oxalat benötigt) und Vitamin D zu sich nehmen;
  20. Die Einnahme hoher Dosen an synthetischem Vitamin C (Ascorbinsäure) ist eher nicht empfehlenswert, da dieses in Verdacht steht, zu Oxalat abgebaut zu werden. Es empfiehlt sich beim Verzehr von Ascorbinsäure zumindest zusätzlich Magnesium und Vitamin B6 einzunehmen

Quellen:

  1. 1 Städtisches Klinikum Karlsruhe, Urologische Klinik, Merkblatt für Harnsteinpatienten, 2013
  2. 3 Burgerstein, Lothar, Handbuch Nährstoffe, 12. Aufl., S. 570f.
  3. 5 Weiß, Claudia; Oxalsäure, Ernährungs-Umschau, 11/2009, S. 636-639.
  4. 13 Noonan, SC., Savage, GP, Oxalate content of foods and its effect on humans. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition, 8(1), 1999, S. 64-74.



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