Oxalsäurehaltige Lebensmittel

Oxalat in Nahrung 

Oxalsäurehaltige Lebensmittel

Tabelle oxalsäurereiche und oxalsäurehaltige Lebensmittel nach Gruppen sortiert und mit Minimum- und Maximum-Bandbreite der Oxalatwerte hinterlegt.

Oxalsäure (Oxalate) in der Nahrung

Oxalsäure findet sich gebunden an Natrium-, Kalium- und Ammoniumionen in fast allen Pflanzen. Diese Bindungen sind Salze und nennen sich Oxalate. Milch und Fleisch besitzen kein oder kaum Oxalat.

Die meisten Pflanzen besitzen nur geringe Oxalatmengen. Manche hingegen sind besonders reich daran. Dabei wird in der Regel in die folgenden drei Gruppen unterschieden:

  1. Oxalsäurereiche Lebensmittel: >50mg Oxalat / 100g
  2. Oxalsäurehaltige Lebensmittel moderat: 10-50 mg Oxalat / 100g
  3. Geringer Oxalat-Gehalt in Lebensmittel:

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Lebensmittel der oxalssäurereichen und oxalsäurehaltigen Lebensmittel. Dabei ist zu beachten, dass der Gehalt je nach Untersorte, Erntesaison, Wetter, Anbautechnik, Herkunftsregion und Pflanzenteil sehr stark schwankt. Vergleiche dazu den Beitrag Oxalsäure in der Nahrung.

Tabelle oxalsäurereiche und oxalsäurehaltige Lebensmittel

Amaranth (Amaranth polygonoicles)

1.586

  

Portulak

1.294

910

1.679

Tee (Thea chinesis)

1.150

300

2.000

Pfefferminz-Blätter

1.111

  

Gänsefuß (Chenopodium spp.)

1.100

  

Amaranth (Amaranthus tricolor)

1.087

  

Spinat

970

320

1.260

Spanischer Spinat (Atriplex hortensis)

900

300

1.500

Neuseeländer Spinat (Tetragonia expansa)

890

  

Sternfrüchte

n.a.

40

1.000

Kakao

700

500

900

Kakao-Pulver

n.a.

338

650

Rhabarber, roh

805

275

1.336

Rhabarber, Victoria, Saisonende, gedünstet

620

  

Weizenkleie

457

  

Rhabarber, Victoria, forced, gedünstet

260

  

Yamswurzel

n.a.

480

780

Mangold

610

300

920

(Großer) Sauerampfer (Rumex acetosa)

500

270

730

Garten-Sauerampfer (Rumex patientia)

500

300

700

Erdnüsse

n.a.

96

705

Süßkartoffel

n.a.

280

570

Mandeln

n.a.

431

490

Rote Rüben

n.a.

17

329

Rote Beete, ungekocht

275

121

450

Rote Beete, gekocht

72

  

Tofu

n.a.

3

280

Cashew

231

  

Sojabohnen

n.a.

82

214

Haselnuss

n.a.

167

222

Petersilie

170

140

200

Kaffee-Pulver (Instant)

n.a.

230

650

Kaffee (Arabica)

100

50

150

Zartbitterschokolade (40% Kakao)

88

  

Milchschokolade

56

  

Kartoffeln

80

20

141

Walnuss

74

  

Kohl

60

125

Johannisbeere

50

2

90

Bohnen, grüne

44

  

Löwenzahnblätter

25

  

Tomaten

20

5

35

Erdbeeren

16

  

Himbeeren

16

  

Apfel (Malus spp.)

15

30

Salat

12

5

20

Kirschen

7

  

Aprikosen

7

  

Birnen

6

  

Quellen: Noonan und Savage 1999, S. 6713, Weiß 2009, S. 6375, Hönow et al. 20094, Liebman und Murphy 20071, Charrier et al. 20022. *Bei Tee, Kaffee, Kakao i.Tr.

Oxalsäuregehalt pro Portion Lebensmittel

Außerdem ist wichtig, dass einige der genannten Nahrungsmittel nicht mit 100g pro Portion, sondern teilweise in viel geringerer Menge zubereitet werden. Hierzu zählt z.B. der Tee oder Weizenkleie. Aus diesem Grund wurde auch eine zweite Tabelle auf Portionen umgerechnet beigefügt.

Amaranth (Amaranth polygonoicles)

1.586

  

100

Portulak

1.294

910

1.679

100

Gänsefuß (Chenopodium spp.)

1.100

  

100

Amaranth (Amaranthus tricolor)

1.087

  

100

Spinat

970

320

1.260

100

Spanischer Spinat (Atriplex hortensis)

900

300

1.500

100

Neuseeländer Spinat (Tetragonia expansa)

890

  

100

Sternfrüchte

n.a.

40

1.000

100

Rhabarber, roh

805

275

1.336

100

Rhabarber, Victoria, Saisonende, gedünstet

620

  

100

Rhabarber, Victoria, forced, gedünstet

260

  

100

Yamswurzel

n.a.

480

780

100

Mangold

610

300

920

100

(Großer) Sauerampfer (Rumex acetosa)

500

270

730

100

Garten-Sauerampfer (Rumex patientia)

500

300

700

100

Erdnüsse

n.a.

96

705

100

Süßkartoffel

n.a.

280

570

100

Mandeln

n.a.

431

490

100

Rote Rüben

n.a.

17

329

100

Rote Beete, ungekocht

275

121

450

100

Rote Beete, gekocht

72

  

100

Tofu

n.a.

3

280

100

Cashew

231

  

100

Sojabohnen

n.a.

82

214

100

Haselnuss

n.a.

167

222

100

Kakao

210

150

270

30

Kakao-Pulver

n.a.

51

98

15

Petersilie

170

140

200

100

   

Kartoffeln

80

20

141

100

Walnuss

74

  

100

Kohl

60

 

125

100

Johannisbeere

50

2

90

100

Weizenkleie

46

  

10

Bohnen, grüne

44

  

100

Zartbitterschokolade (40% Kakao)

35

  

40

Milchschokolade

22

  

40

Tee (Thea chinesis)

35

9

60

3

Pfefferminz-Blätter

33

  

3

Löwenzahnblätter

25

  

100

Tomaten

20

5

35

100

Kaffee-Pulver (Instant)

n.a.

9

26

4

Kaffee (Arabica)

4

2

6

4

Erdbeeren

16

  

100

Himbeeren

16

  

100

Apfel (Malus spp.)

15

 

30

100

Salat

12

5

20

100

Kirschen

7

  

100

Aprikosen

7

  

100

Birnen

6

  

100

Quellen: Noonan und Savage 1999, S. 6713, Weiß 2009, S. 6375, Hönow et al. 20094, Liebman und Murphy 20071, Charrier et al. 20022. Umrechnung auf jeweilige Portionsmenge. *Bei Tee, Kaffee, Kakao i.Tr.

Oxalat-Calcium-Verhältnis von Lebensmittel

Eine alleinige Betrachtung der verzehrten Menge an Oxalsäure greift jedoch bei der Einschätzung des Risikos bzw. bei der Belastung durch Oxalsäure zu kurz. Besonders wichtig ist, wie viel Calcium zusammen mit dem Oxalat verzehrt wird. Calcium bindet das Oxalat im Magen und Darm und es wird so nicht mehr resorbierbar. Das Calciumoxalat wird über den Darm ausgeschieden und steht somit nicht für eine Erhöhung der Oxalat-Ausscheidung im Urin zur Verfügung. Wenn ausreichend Calcium zur oxalatreichen Nahrung gegessen wird, kann so die Oxalsäure gebunden werden. Eine ausführliche Auflistung findet sich im Beitrag Tabelle Lebensmittel Oxalat-Calcium-Verhältnis.

Aufnahme von Oxalsäure stark von Bioverfügbarkeit abhängig

Eine weitere besondere Rolle spielt neben dem Gehalt an verbleibendem freien Oxalat auch dessen Bioverfügbarkeit, bzw. die Prozentrate an Oxalsäure, die man aus einem spezifischen Lebensmittel resorbiert und die nicht über den Urin ausgeschieden wird. Die Bioverfügbarkeit beträgt bei gesunden Menschen gemäß einiger Untersuchungen etwa 1% bis 9% des Oxalsäuregehalts von Lebensmitteln (durchschnittlich wohl zwischen 2% und 5%, vgl. 4, S. 637; ).

Sie hängt sowohl von der Form des Oxalats, der individuellen Konstitution des Menschen, als auch von der Zusammensetzung des verzehrten Lebensmittels ab. Wasserlösliches Oxalat wird besonders gut resorbiert, Verbindungen mit Calcium, Magnesium und Eisen hingegen kaum. Ballaststoffe in der Nahrung können Oxalat binden. Bestimmte Bakterien in einer gesunden Darmflora bauen es sogar ab.

Zudem wird z.B. beim Tee vermutet, dass die im Tee enthaltenen Flavonoide die Resorption deutlich reduzieren. Vitamin C (Ascorbinsäure) kann hingegen zu Oxalat abgebaut werden und es ist umstritten, ob dadurch das Nierensteinrisiko erhöht wird (vgl. 3, S. 571).

Bei Störungen der Oxalat-Resorption / Oxalose: Lebensmittel mit extremen Oxalsäuregehalt meiden

Manche Menschen besitzen aber aufgrund von Störungen / Erkrankungen eine wesentlich höhere Oxalat-Resorption. In einer im Internet veröffentlichten Präsentation von Prof. Dr. Bernd Poppe – Nierenschäden bei Oxalose, Uniklinik Köln – wird eine Oxalatabsorption bei gesunden Kindern von 10,1% ± 3,8% und bei Patienten mit PH I von 6,77% ± 3,3% angegeben. Dies führt beim Verzehr des gleichen Oxalats dazu, dass eine teilweise mehr als doppelte Menge resorbiert wird, wie beim gesunden Menschen.

In der o.g. Präsentation von Prof. Poppe wird daher folgende Schlußfolgerung gezogen: „Also, nur Nahrung mit extremem Oxalatgehalt sollte vermieden werden“.

Die besten Ratschläge im Umgang mit der Oxalsäure, insbesondere bei Nierensteinen und einer erhöhten Oxalat-Ausscheidung, finden sich im Beitrag Ernährungstipps zu Oxalsäure und Nierensteine.

Quellen:

  1. 2 Charrier, Marina JS; Savage, Geoffrey P; Vanhanen, Leo; Oxalate content and calcium binding capacity of tea and herbal teas, Asia Pac J Clin Nutr, 11(4), 2002, S. 298-301.
  2. 3 Burgerstein, Lothar, Handbuch Nährstoffe, 12. Aufl., S. 570f.
  3. 4 Hönow, Ruth; Gu, Ke-Liang Reinhold; Hesse, Albrecht; Siener, Roswitha, Oxalate content of green tea of different origin, quality, preparation and time of harvest, Urological Research, Volume 38 (5), Springer Journals, Oct 1, 2010, S. 377-381.
  4. 5 Weiß, Claudia; Oxalsäure, Ernährungs-Umschau, 11/2009, S. 636-639.
  5. 13 Noonan, SC., Savage, GP, Oxalate content of foods and its effect on humans. Asia Pacific Journal of Clinical Nutrition, 8(1), 1999, S. 64-74.



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